Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann besucht die AWO-Straubing

Ein Überblick über das Angebotsspektrum

Die Juso-Bundesvorsitzende und SPD-Kreisrätin Johanna Uekermann machte sich bei der AWO ein Bild von deren Angebotsspektrum. Vor allem fragte sie nach dem Wunschzettel des Wohlfahrtsverbandes, der mit 600 in seinen Krippen, Kindergärten und Horten betreuten Buben und Mädchen und 1500 Senioren, die jährlich an seinen Veranstaltungen teilnehmen, weiß, wo der Schuh sozial- und gesellschaftspolitisch am meisten drückt.

Die im Besprechungszimmer der AWO-Geschäftsstelle an der Wittelsbacherhöhe versammelte Verbandsspitze musste da nicht lange überlegen: Geschäftsführer Klaus Hoffmann, Prokurist Marco Grzyb und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder wünschen sich unisono einen Bürokratieabbau im Bildungsbereich (Beispiel Horte) und Förder-Zuständigkeiten unter einem ministeriellen Dach. Vor allem wünschen sie sich bezahlbaren Wohnraum insbesondere für Jugendliche, auch junge Flüchtlinge, die den verbandseigenen Wohnprojekten entwachsen sind und auf eigenen Beinen stehen könnten. Ein Dorn im Auge ist Hoffmann und Grzyb die Kinderarmut, die auch in Straubing sichtbar sei. Die Schere gehe immer weiter auseinander. Es gebe Eltern, die ein paar Euro über der Einkommensgrenze liegen, und das Mittagessen für ihr Kind in der Tagesstätte nicht bezahlen könnten. Deshalb waren sich alle einig, dass das das Mittagessen in Kitas kostenfrei sein sollte – als erster Schritt hin zur kostenlosen Kinderbetreuung. Andere Bundesländer machten das dem „armen Bayern“ erfolgreich vor, sagte Johanna Uekermann. Ihre Frage, was die Praktiker von Vorschlägen hielten, unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge aus der Zuständigkeit der Jugendhilfe herauszunehmen, konnten die AWO-Vertreter klar beantworten. „Wer soll die Jugendlichen betreuen, wenn nicht die Jugendhilfe? Ist die Alternative Betreuung light?“ Auch Johanna Uekermann hält derlei Vorschläge für unsozial und kontraproduktiv für alle Integrationsbemühungen. Vor allem die Bemühungen um junge Volljährige, die aus der Jugendhilfe herausfielen, müssten fortgeführt werden, sagte Hoffmann und stellte dahingehend der Straubinger Jugendhilfe ein sehr gutes Zeugnis aus. (ilg)

 

johanna nesterl